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Warum Alles ein spiritueller Weg ist – und zugleich auch nicht!

Alles ist ein spiritueller Weg

Nichts ist ein spiritueller Weg

Die beiden Sätze mögen auf den ersten Bick widersprüchlich klingen.
Doch du wirst sehen, dass wir sie recht einfach und logisch auflösen können.
Und dass sich dadurch viele Fragen nach dem Sinn und Zweck des Lebens – deines Lebens – wie in Luft auflösen.

Für den weiteren Weg zeige ich dir am Ende eine kurze, simple Übung, mit der du deine Sichtweisen, deine (Vor-)Urteile schnell prüfen und
verändern kannst!

Das Verständnis dessen, was Spiritualität eigentlich ist und meint, ist meiner Erfahrung nach wesentlich für das Verständnis des Lebens und deiner Selbst.

In der spirituellen Szene treffe ich viele Menschen, die sich eben als spirituelle Menschen oder spirituell erwacht betrachten – und alle anderen Menschen als „nicht auf ihrem Weg“ oder als schlafend, unerwacht definieren.

Erstens ist dies eine unpassende Selbstüberhöhung und aus dem (verletzten) Ego geborene Eitelkeit, zweitens ist es vollständig unlogisch.

Dabei liegt das nötige Wissen für eine logische Erklärung der obigen Aussagen offen vor uns da.

Wir beginnen mit drei einfachen, logischen Schritten


1) Wenn Gott
(oder wie immer du die Schöpferkraft nennen möchtest) Alles geschaffen hat, dann IST Gott auch Alles. Jedes Atom, jedes Elektron IST göttlich – es kann also nichts Ungöttliches geben.

2) Wenn alles göttlich ist, ist alles auch vollkommen und in (der) Ordnung so, wie es ist. Dies bedeutet – und dies ist ja die verbreitete Annahme, abgesehen von einigen Religionen, die uns als arme, unvollkommene und gestrafte Sünder sehen – dass auch wir vollkommen sind. Denn Gott schafft nichts Unvollkommenes, alles hat seinen Sinn und Zweck.

3) Wenn alles vollkommen ist, dann ist jedweder Lebensweg DER Weg. Dann ist auch der Weg des „Unerwachten“, der sein Leben lang in einer Tretmühle eines Bürojobs oder arbeitslos dahinvegetiert ebenso göttlich und spirituell wie der des Mönches oder meditierenden Esoterikers. Vielen spirituellen Traditionen zufolge haben unsere Seelen sich bewusst diese Existenzebene ausgesucht, mit all ihren Grenzen und Schwierigkeiten – um eine bestimmte Erfahrung zu machen, die ohne diese Begrenzung nicht möglich ist.
Erst durch Abgrenzung kann Ich/Gott das ICH erfahren, die Identität im Vergleich zu anderen Dingen und Wesen.

Es gibt logischerweise dann keine Spiritualität, die vom „normalen“ Leben, also vom Rest des Universums und seinen Prozessen wie auch Naturgesetzen getrennt wäre.

Viele Menschen leben und handeln aber so, als sei die Spiritualität eine gänzlich andere Welt. Dies entfernt sie aber in Wahrheit von ihrer Natur, dem Einklang und dem Rhythmus der Natur und des Universums, vom Leben wie es nun eben ist.

Aber auch dies ist zugleich ein Lern- und Erfahrungsweg, den die jeweilige Seele sich gesucht und zu gehen entschieden hat.

 

Daraus ergibt sich jedoch eine wunderbare, erlösende Erkenntnis: Du musst deinen Weg nicht suchen, denn du bist bereits auf ihm. Du kannst nicht fehlgehen, selbst wenn du/deine Seele den Plan änderst und deinen freien Willen nutzt, dir eine andere Zukunft zu erbauen.

Du musst nichts mehr werden, denn du bist schon vollkommen, auch wenn du dich anders fühlst. Dein menschliches Ich ist nur ein Teil deines Ganzen. Deine Seele ist göttlich, deine Seele ist bereits erleuchtet und verbunden mit Gott. Und dein Körper Teil deiner eigenen Manifestation.

Die Erleuchtung und Erlösung, nach der so viele spirituelle Menschen streben und jagen, liegt nicht im Jenseits, nach dem Tod oder auf anderen, höheren Ebenen der Existenz. Nicht in der Ewigkeit, irgendwo Anderswo.

Die Erleuchtung ist die Erkenntnis, dass du nichts mehr werden musst. Das Alles, auch Angst, Wut und Trauer zum Leben gehören, dass das Leben, das Sterben, das „fressen und gefressen werden“ zum Rhythmus und Kreislauf des Lebens, der Natur gehören.

Dass all diese Dinge in (der) Ordnung sind. Dass DU in Ordnung bist, Gott verlangt nichts von Dir. Nur du erwartest etwas oder beugst dich den Erwartungen Anderer.


Wenn du
irgendetwas, irgendeinen kleinen Teil der Schöpfung als unspirituell, falsch, niedriger, schlechter, weniger wertvoll  definierst – dann wertest du nicht nur diesen Teil der Schöpfung ab, sondern die gesamte Schöpfung inklusive dir selbst. Denn wenn Alles miteinander verbunden ist und du mit Allem, dann ist jede Abwertung ein Schlag, den du dir selbst verpasst.

Nur weil dich der Weg des anderen stört (der voller Gewalt, Umweltverschmutzung usw. sein mag) so ist dieser – so schwer es dir auch zu akzeptieren fällt – ebenso göttlich und ein Erfahrungsweg wie der Deine.
Natürlich bedeutet das nicht, dass wir ab sofort Mörder und andere Verbrecher ungestraft ohne Konsequenzen davonkommen lassen oder die Zerstörung der Umwelt einfach hingenommen werden muss.
Es geht darum, die Bewertung in spirituell/nicht spirituell, göttlich/nicht göttlich usw. wegzulassen.

Beispiel: Wenn ich das Leben eines Tieres über das Leben einer Pflanze stelle und deshalb nur noch vegetarisch oder vegan esse – dann habe ich die pflanzliche Natur, die ebenso belebt, beseelt und göttlich ist wie die Tierische, abgewertet.
Aus Gründen des Tierschutzes und Umweltschutzes kein Fleisch aus Massentierhaltung etc. zu essen ist eine Sache – auf dem Weg zur Erleuchtung und Spiritualität aber gibt es keinen logischen Grund, warum man Fleisch nicht essen darf.

Es ist die generell bewusste Ernährung, die Reinigung und als „Nebenprodukt“ Erleuchtungserfahrungen auslöst. Und wenn der vegetarische oder vegane Weg für dich richtig und wirksam ist, ist das gut so – für Dich.

Doch ist es nicht der allgemeingültige, beste und wahrste Weg  für Alle zur Erleuchtung, vor allem nicht dann, wenn du einen Teil der Schöpfung über den Anderen stellst und im Widerstand gegen den Kreislauf der Natur bist. Genügend macht- und liebevolle Schamanen essen Fleisch und beweisen damit, dass es auch anders geht und Jemand, der sich ausgewogen mit tierischen Produkten ernährt ist in der Regel ebenso gesund wie der Vegetarier/Veganer. Es geht um DEINEN Weg, der für dich – du einige andere funktioniert und um das zulassen, dass andere Wege ebenso gut funktionieren.
Deshalb musst du keine Angst haben, auf dem falschen Weg zu sein.

Ebenso mag es für dich so sein, dass du nur mit Hilfe von Kristallen oder gewissen Techniken diesen oder jenen Effekt erzielst. Andere nutzen Pendel, Stäbe oder gar kein Werkzeug ausser ihrer Visualisierungskraft.
Der weltlichste Handwerker oder Friseurin kann ebenso zu Glück und innerem Frieden gelangen wie Jemand, der jahrelang meditiert – Spiritualität ist weder Voraussetzung noch Garant fr Erleuchtung, Glück und ein Leben in Liebe.

Die Natur ist wie sie ist. Sie spiegelt das Universum wieder, in dem sich alle Energie in einem Kreislauf aus einander nähren, ineinander übergehen, vergehen und neu schöpfen/geboren werden befindet.

Alles „tötet“ einander, Energie geht von einem in den nächsten Zustand über.
„Es gibt keine Grenzen – alles ist möglich“ sagen viele – gerade schamanische – Traditionen. Oder auch: Die Welt ist, wofür du sie hältst.

 

Alles ist ein spiritueller Weg. Nichts ist ein spiritueller Weg.

Übung Teil 1:

Nimm dir einige Minuten Zeit, vielleicht auch an mehreren Tagen hintereinander.
Denke darüber nach, welche Menschen, Dinge und Strukturen unserer Welt du als mehr oder weniger wertvoll, göttlich, spirituell oder unspirituell definierst.
Frage dich jedes Mal: Warum und wie bin ich zu diesem Urteil gekommen? Ist es logisch? Sind diese Dinge wirklich „besser“ oder „schlechter“?

Du wirst zu erstaunlichen Erkenntnissen über deine Art zu denken gelangen. Und dann kannst du die loslassen und verändern.
Und ganz wichtig: Geißel dich nicht selbst für Irrtümer, „negative“ Gedanken, Gefühle und Urteile. Vergib Dir. Niemand von uns ist in dieser Hinsicht perfekt.
Dazu sind wir ja hier: Zum erfahren, lernen, erkennen, wandeln.

Übung Teil 2:
Viele schamanische Traditionen kennen weder positive noch negative Energie. Sie reden davon, dass Energie leicht (also fließend, aufbauend, heilend) oder schwer (nicht fließend/zäh fließend, blockierend, hindernd) sein kann.
Was für den einen Menschen schwere Energie ist, ist für den Nächsten leichte Energie.
Versuche eine Woche lang, nur von schwerer oder leichter Energie zu reden. Also nicht: „Der Mensch da ist negativ oder voller negativer Energie“ sondern: „Dieser Mensch hat gerade eine sehr schwere Energie.“ Nicht der Mensch an sich ist negativ/schwer oder positiv/gut. Er hat leichte oder schwere Energie.

Mache dies in allen Situationen, in denen eine Bewertung, eine Einschätzung der Lage gefordert ist. Du wirst erstaunt sein, was sich alleine dadurch bei dir tut!
Ich bin gespannt auf deine Rückmeldung.

Allen Segen für Dich!
Aloha,

Stefan