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Echter Schamanismus – was ist das? – Teil II, die Offenheit schamanischen Denkens

Die Offenheit schamanischen Denkens

Das, was ich als „schamanische Denkweise“ kenngelernt habe, findet sich in allen naturspirituellen Traditionen.

Das Weltbild der Schamanen schließt nur wenig aus. Durch die Erkenntnis, dass wir mit unserem Verstand jeweils nur Bruchstücke des nichtmateriellen Universums erfassen können entsteht in dieser Denkweise eine große Offenheit und Toleranz anderer Wege und Sichtweisen.

Eines der Huna-Prinzipien lautet „Wirksamkeit ist das Maß der Wahrheit“.
Die Realität zeigt, dass die verschiedenen schamanisch geprägten Traditionen aber auch andere Schulen geistigen Heilens von Indien über Japan bis zur modernen Quantenheilung gleichermaßen effektiv sein können.
Nicht nur Veganer erreichen die Erleuchtung, den oft fleischessenden Schamanen gelingt dies ebenso gut.

Ob Yoga, Tai Chi oder Qi Gong – jede Tradition enthält alles Notwendige für ein glückliches und gesundes Leben.

Es gibt demnach keinen für alle Menschen gleichermaßen effektiven Weg zur Erleuchtung, Heilung oder was auch immer – sondern viele Wege, die sogar bei scheinbar gegensätzlichen Sichtweisen gleich wahr und effektiv sind.

 

Viele schamanische Kulturen kennen zum Beispiel keine ewige, göttliche Seele und keine Reinkarnation wie es im südostasiatischen Raum und vielen europäischen spirituellen Schulen oft angenommen wird. Es gibt demzufolge auch kein Seelenkarma sondern lediglich Muster der Ahnen, die man übernehmen und wiederholen kann. In vielen Konzepten existiert auch das Konzept von Flüchen, Schwarzmagier oder Dämonen in der uns bekannten Form nicht, da es nichts Nichtgöttliches geben kann und alles als leichte/fließende oder schwere/stockende Energie gesehen wird. Energie wird also als relativer Zustand wahrgenommen, nie als absoluter wie „böse, negativ“ oder auch „gut“.

Dennoch funktioniert das geistige Heilen mit dem Konzept von Reinkarnation und Seelenkarma ebenso gut wie das Konzept ohne diese Elemente: Die jeweils Behandelten werden gesund, beziehungsweise ihre Probleme lösen sich auf.

Würde in Europa unter Vertretern der Schulen oftmals ein Streit ausbrechen, würden viele Schamanen einfach die Achsel zucken und sagen „Wenn es funktioniert, mach es doch weiterhin so. Es gibt kein besser oder schlechter, kein richtig oder falsch sondern nur funktionieren oder nicht funktionieren.“

Während auf der materiellen Ebene stets nur ein physikalisches Gesetz bzw. Modell funktionieren kann, können auf der geistigen, magischen Ebene viele Konzepte funktionieren.

 

Am Ende jedoch arbeiten wir alle mir derselben, alles durchfließenden Lebensenergie und sämtliche Techniken aller Traditionen, die ich bisher kennenlernen durfte zielen letztendlich darauf ab, Energie wieder ins fließen zu bringen, also wieder in den berühmten „Flow“ zu kommen.

Ob du die Erzengel anrufst oder alte nordische, griechische oder indische Götter.

Ob du Gott, Vater Kosmos, Mutter Erde, große Mutter sagst.

Ob du beim Ritual die Kerze links oder rechts aufstellst, ob du mit Salbei oder mit Beifuß räucherst.

Das alles ist dir überlassen. Es geht immer darum, eine Methode für sich zu entwickeln und dann im Grunde beizubehalten. Der Handwerksmeister lernt zwar nie aus, entwickelt jedoch eine Routine in seiner Arbeit, durch die erst die Meisterschaft möglich wird.

Rituale gewinnen ihre Kraft aus ihrer gleichbleibenden Grundform.
Entscheide dich also, wo du persönlich die Kerze hinstellen willst und ändere es nicht jedes Mal. Dann kannst du dich viel mehr auf die eigentliche Manifestation konzentrieren, die stattfinden soll anstatt auf den Ablauf des Rituals. Dadurch gewinnst du Sicherheit.

Ob du jedoch mal eine weiße und mal eine rote Kerze verwendest, ist schon wieder beliebig: Man nimmt das, was gerade da ist.
Wenn der Schamane mal keine Trommel zur Hand hat, nimmt er eben die Rassel, einen Kochtopf oder arbeitet ohne Werkzeug.
Man sollte nie von seinen Werkzeugen abhängig sein.

Denn an sich entsteht jede Wirkung in unserem Geist, Rituale helfen uns lediglich, leichter eine Form und Energie zu schaffen und zu lenken.

Ich möchte hier als wundervolles Beispiel die Inkatradition anführen.

Dies sind, wie ich im ersten Beitrag zum Schamanismus schon sagte, in diesem Sinne keine Schamanen, wie die sibirisch/nordamerikanische Schamanen oder auch viele europäische Schamanen den Schamanismus definieren.

Sie sehen sich mehr als Priester du haben in ihrer Tradition gewisse Ränge/Grade bis zum Hohepriester, in die man entsprechend initiiert wird, auch wenn dies nicht so starr oder über andere Menschen erhaben sein bedeutet, wie es in monotheistischen Religionen oft der Fall ist.

Dennoch arbeiten sie ebenso wie die „echten“ Schamamen mit sehr ähnlichen bis identischen Konzepten und Techniken.
Ob ich die Anderswelt/Geistreise nun mit aus meinem Körper gelösten Bewusstsein, in Trance oder gar Ekstase vollziehe oder bei vollem „Hier- und Jetzt“ Bewusstsein wie die Inka es eben tun – am Ende wirkt Beides gleichermaßen und ist somit eine Frage des eigenen Stils, der eigenen Begabung oder auch schlichtweg der Art des Trainings.

Ich nehme diese Tradition deshalb in diesen Artikel auf, weil diese schamanisch-priesterlichen Traditionen…

  • Erstens eben auf diese sehr ähnliche Weise arbeiten wie die „rein“ schamanischen Traditionen und sie…
  • Zweitens hervorragend zeigen, wie fließend die Übergänge zwischen Schamane und Priestertum sind und wie man das magische, schamanische arbeiten und Heilen mit dem göttlichen Arbeiten und Heilen der Priester verweben kann, ohne die Wurzeln des Ganzen zu vergessen, wie es beispielweise in den monotheistischen Religionen der Fall ist, die ihre Verbindung zur Natur und zum Magischen weitgehend eingebüßt haben.

 

Als weiteres verbindendes Element sehe in dieser Tradition das unglaublich offene und pragmatische Denken, welches in allen „schamanischen“ Traditionen dazu führt, dass andere Schulen, Traditionen und Techniken leicht integrierbar sind.

Ein wundervolles Beispiel in der Inkatradition ist die Tatsache, das sie Jesus und Mutter Maria als sogenannte „Teqse Apus“ angenommen hat. Denn Beide stiegen leiblich in den Himmel auf. Die Fähigkeit, von den Toten wiederaufzuerstehen entspricht in der Inkatradition der siebten Bewusstseinsebene.
In ihrer eigenen Überlieferung gab es keine Menschen, die diese Stufe erreicht hatten, daher wurden Jesus und Maria in der spirituellen Hierachie der Inkareligion an die erste Stelle anstatt des Inkakönigs und der Königin gesetzt.

Ich habe berichtet bekommen oder selbst erlebt, wie Paqos oder auch Schamanen anderer Völker, wenn sie nach Europa kamen oder mit Europäern arbeiteten, statt ihrer Götter und Geister Engel und christliche Heilige zur Hilfe riefen mit der Begründung, dass wir nunmal durch diese Kultur geprägt und mit diesen „Geistern“ vertraut wären – selbst wenn wir keine Christen sind. Ob wir wollen oder nicht, sind die entsprechenden Vorstellungen, Bilder und Resonanzen seit Jahrhunderten tief in unserer Kultur und selbst verankert und haben daher Macht in unserem Sein.

Du kannst also gläubiger Christ und zugleich Schamane sein.

Dies ist von Seiten des naturspirituellen Denkens kein Widerspruch – nur dogmatische Schulen und Traditionen schließen andere Dinge aus, obwohl diese gleichermaßen wirksam und bewiesen sind.

Das beweisen ist ein gutes Stichwort: Wie im ersten Beitrag beschrieben, sind Schamanen Praktiker. Es werden nur Dinge getan, die nachweislich eine Wirkung haben und dem Schamanen und seiner Gemeinschaft im Alltag helfen.

Es wird also nahezu wissenschaftlich gehandelt, wenngleich natürlich kein Ritual so wiederholt werden kann, dass stets dieselbe Wirkung entsteht, wie es die Wissenschaft als Anspruch an einen gültigen Beweis formuliert.
Dieses vorgehen funktioniert auf der materiellen Ebene und ist dort mit Recht gültig.

Auf der geistigen Ebene jedoch gibt es keine Kausal- sondern Bedeutungszusammenhänge und Energie funktioniert dort weniger linear als auf der materiellen Ebene.
Der Beweis ist in dieser Form des magischen Wirkens also, dass eine Wirkung im Zusammenhang mit einem Ritual o.ä. eintritt, nur kann diese sehr vielfältig sein. Für den Wissenden ist sie klar ersichtlich und spürbar – nur ist „spüren“ im materiell-wissenschaftlichen eben kein anerkannter Beweis, was die Unmöglichkeit aufzeigt, mit einer für die materielle Welt zuständigen und auf diese begrenzte Wissenschaftstheorie die geistige Ebene zu erforschen.

Die spirituelle Wissenschaft ist die vom persönlichen Erleben und Erfahren.

 

Ich selbst habe in meiner Arbeit Reiki, das ich als erstes lernte, die Arbeit mit (Erz-)Engeln, die Chakrenlehre, hermetische Magie und verschiedene schamanistische Traditionen von keltischem Druidentum und anderen europäischen Traditionen bis hin zu Wissen aus Hawaii, Neuseeland, Nord- und Südamerika integriert.

Natürlich kann ich mich nicht als Paqo, als Praktizierender der Inkatradition bezeichnen, wenn ich in Wahrheit etwas völlig anderes mache. Die Kanalreinigung mit den sieben Chakren ist eben nicht zu dieser Tradition gehörig, auch wenn die Inkas eine ähnliche Technik kennen.

Wenn ich also unterrichte, sage ich immer, aus welcher Tradition diese Technik stammt, nicht dass du die Andersweltreise mit der Trommel für eine Inkatechnik hältst.

Ein ganz wichtiger Gedanke ist der: Jede Tradition enthält in sich alles Wissen und alle Techniken, die du benötigst. Du musst also nicht möglichst viele oder gar alle Traditionen lernen – auch wenn du dadurch einen sehr weiten Horizont und eine immense Vielfalt an Techniken beziehungsweise ihren Varianten aus den einzelnen Traditionen erhältst.

Es geht nicht um „immer mehr, höher, besser, weiter“. Ich stelle immer mehr und immer wieder fest, dass ich beim kennenlernen und eintauchen in mir noch unbekannte Schulen und Traditionen vieles schon weiß bzw. die Techniken – in anderer Variante – schon kenne.

Letzten Endes geht es also darum, entweder eine bestimmte Tradition zu leben und zu praktizieren, die dich anzieht oder aber – wie ich auch – deine ganz eigene Art zu entwickeln.

Hier passt dann die neutrale Bezeichnung Energiearbeiter, schamanischer Heiler oder dergleichen, die dich nicht an eine bestimmte Tradition oder an das Schamanen- bzw. Priestertum bindet.

Sonst müsstest du beständig sagen „Ich bin zwar Paqo der Inkatradition (oder Reikimeister) aber das was ich jetzt gerade mache, hat nichts mit dieser Tradition zu tun.“

Am Ende ist, wie wir eingangs schon gesehen haben, das ausfüllen der entsprechenden Rolle weit wichtiger als der Titel, der meistens nur das Ego füttert und mittlerweile über die Maßen hinaus mystifiziert wurde.

 

Der moderne Schamanismus

 

Moderner Schamanismus ist ein heiß diskutiertes Thema, zu dem ich nur meine ganz persönliche Sichtweise ohne Anspruch auf Allwissenheit oder Fehlerfreiheit geben kann.
Ich stelle meine Sicht auf Basis meiner Erfahrungen, meiner Beobachtungen und Feedbacks seitens einiger indigener Schamanen dar. Tatsächlich habe ich lange mit mir gerungen, dieses Thema in dieser Form anzuschneiden, läuft man dabei doch selbst bei sorgfältigster Abwägung der Worte Gefahr, missverstanden zu werden und auf diversen „geistigen Scheiterhaufen“ verbrannt zu werden.
Jedoch halte ich es für wichtig, sich um einige Dinge Gedanken zu machen und vor allem sich selbst zu reflektieren, wenn man die schamanischen Pfade beschreitet.

Schamanismus hat sich stets der jeweiligen Entwicklung der Kultur angepasst.
So wie die Paqos der Inka zu Priestern wurden, erging es auch vielen anderen Schamanen vieler Völker. Die Einen behielten ihre tiefe Verbundenheit zur Natur dabei, andere verloren sie und mündeten in den starren „Hochreligionen“, die so viel Leid über die Menschheit brachten.

Unsere moderne Gesellschaft macht ebenso Anpassungen nötig. Wir sind eine Schriftkultur und verfügen über viele weitere, technische Werkzeuge, mit denen wir Wissen und Techniken auf
nie dagewesene Weise veranschaulichen und weitergeben können.

Die Menschen neigen leider dazu, weniger zu verinnerlichen und auswendig zu lernen, da sie ja wissen, dass sie alles Wissen stets wieder im Buch, Skript oder Internet abrufen können.
Andererseits geht durch eine rein mündliche Tradition auch viel verloren.

Der erste Punkt ist allerdings der Entscheidendere: Wer weniger verinnerlicht, wächst weniger. Ich werde dadurch besser, dass ich so trainiere, dass ich das Lehrbuch nicht mehr brauche.
Wenn ich auch nach Jahren immer noch unsicher nachschlagen muss, brauche ich mich nicht wundern, wenn ich nicht vorankomme.

Ich neige daher beispielsweise persönlich dazu, in meinen Seminaren nur die grundlegendsten Informationen zum Verständnis der Materie schriftlich zu geben und ansonsten die
TeilnehmerInnen herauszufordern, das Gelernte intensiv zu verinnerlichen. Dafür müssen sie ihre Komfortzonen verlassen und aktiv denken, verarbeiten und experimentieren.
Dadurch entsteht oft ein sehr schnelles und sehr starkes innere Wachstum, dass Viele gar nicht für möglich halten. Schlicht, weil sie nicht mehr daran gewöhnt sind, Dinge derart intensiv zu verinnerlichen.

Meine Großmutter konnte im Alter von 85 Jahren noch ein achtzigstrophiges(!) Gedicht aus frühesten Schultagen aufsagen – weil damals verinnerlicht wurde durch das „stumpfe“ auswendig lernen von Inhalten.
Wer von uns kann dies heutzutage noch?

Es ist völlig in Ordnung, wenn der moderne Schamanismus Techniken und Methoden aufnimmt, die ursprünglich nicht in den einzelnen naturspirituellen Traditionen vorkommen – so entsteht eben eine neue, moderne „Tradition“. Ich darf sie dann eben nicht mehr „Inkatradition“, „hawaiianischen Schamanismus“ oder dergleichen nennen. So nennt der bekannte Schamane Serge Kahili King seine Schule „Hunalehre“, betont aber ausdrücklich, dass dies nicht der ursprüngliche hawaiianische Schamanismus ist, sondern eine auf dessen Basis erstellte moderne Methodik, die etliche Elemente verschiedenster heilkundlicher und wissenschaftlicher Gebiete beinhaltet.
Viele bezeichnen verkehrterweise die Hunalehre aber als „indigenen/originalen hawaiianischen Schamanismus“.

Ob Reiki, Quantenheilung oder andere Schulen integriert werden – all dies ist möglich und trug schon immer zur Lebendigkeit und zum Überleben der einzelnen Traditionen – und der jeweiligen Kultur bzw. des einzelnen Stammes – bei.

Was einen Schamanen, eine Schamanin ausmacht ist schließlich im Kern die Denkweise, die Betrachtung der Welt und die tiefe Verbindung und Arbeit mit Allem was ist.
Wie im ersten Artikel schon erwähnt: Es geht um die Rolle.
Das erfüllen dieser Rolle, dieser Verantwortung definiert eine/n SchamanIn, ganz gleich welche Bezeichnung die einzelne Kultur und Sprache für solch einen Menschen hat.

Mag sich der Schamanismus als Werkzeugkasten verändern und mit neuen, sogar besseren Werkzeugen füllen – die Anforderungen an den Praktizierenden bleiben dieselben.
Mögen sich – wie seit jeher – die SchamanInnen durchaus spezialisieren, z.B. auf Körperarbeit, Geistheilung, Ritualarbeit oder Erdheilung, so ist doch der gemeinsame Nenner die Notwendigkeit einer tiefen Selbstreflexion, Selbstbewusstheit und einer starken inneren Autorität ohne die eine wirklich schöpfende und formende Energiearbeit nicht möglich ist.

Wer indigenen Schamanen begegnet ist, kennt deren beeindruckende Präsenz und Ausstrahlung, die besagte tiefe, kraftvolle innere Autorität.
Man kann daher sehr einfach durch den Vergleich sehen, wer diesen Weg konsequent geht und wer es nicht tut, obgleich er sich selbst den Titel „Schamane/Schamanin“ zuspricht.

Vielen spirituellen Menschen ist diese Anforderung allerdings sichtlich zu hoch und sie fallen in ein Muster, dass sie selbst bei der „Mainstraeamgesellschaft“ so verteufeln:
„Das muss doch auch leichter/einfacher/schneller gehen, wir haben doch ein neues Zeitalter mit neuen Energien, das ist doch Alles Oldschool.“
Die Bequemlichkeit, das gewohnt sein des Luxus, die Angst vor den eigenen Schatten, der Neid, das „auch so sein wollen, das „ich will das auch haben“ zeigt sich in der spirituell-alternativen Szene im gleichen Prozentsatz wie im so oft herabgesetzten „Mainstream“.

Anders gesagt: Es gibt auch einen spirituellen/alternativen „Mainstream“, der den allzu bekannte menschlichen Verhaltensmustern folgt. „Das Gleiche, nur in Grün“ wie das Sprichwort sagt.

Das ist an sich nicht schlimm: Es ist menschlich.
Die Realität zeigt allerdings ganz knallhart, dass es eben NICHT einfacher, schneller, leichter geht, egal wieviele Dimensionen unsere Welt aufsteigt oder wie hoch die Energien werden. Die inneren, psychischen Prozesse und Transformationen brauchen weiter eigenverantwortliche, intensive Arbeit an sich selbst und die Heilkräfte entsprechendes Training.

Wie in jedem Handwerk oder Sport bleibe ich beim trainieren innerhalb der Komfortzone im Durchschnitt und erst mit dem herausfordern und intensiven Üben werde ich MeisterIn.

Das sich selbst belügen, dass ich aus meinen ersten Jahren auf dem spirituellen Weg durchaus von mir selbst kenne, funktioniert nur bis man dem ersten „echten“, wirklich starken Schamanen begegnet und den ungeschminkten, direkten Vergleich vor sich hat.

Ich persönlich sehe schlichtweg die mittlerweile inflationäre Verwendung des Titels „Schamane“ kritisch, sehe ich doch nur bei Wenigen die entsprechende Ausstrahlung beziehungsweise die entsprechenden Fähigkeiten in entsprechend starker Form.
Zudem ist Schamane sein etwas, zu dem man „berufen“ wird.
Entweder andere Menschen geben den Praktizierenden den Titel oder man wird von den Geistern gerufen/initiiert.

Natürlich kann Jede/r sagen „ich wurde von den Geistern gerufen.“ Das mag auch tatsächlich zu sein, der Ruf alleine macht einen aber noch nicht zum Schamanen.
Ob man es ist oder nicht sieht man wie bereits gesagt im direkten Vergleich zu den „großen“ Schamanen. Wenn man zumindest näherungsweise deren Autorität und Kraft ausstrahlt, ist man scheinbar auf dem richtigen Weg – zugleich wird diesen Menschen der exakte Titel herzlich egal.

Ich hatte auch meine Initiationserlebnisse bzw. „wurde gerufen“, ich nahm diesen Ruf auch an – nur ob ich das bin, was ich selbst einen Schamanen nenne? Das kann ich nur auf längere Sicht an meinem Wirken und dem Feedback der Aussenwelt erkennen. Es ist aber auch nicht wichtig. Wichtig ist das stete bemühen, jeden Tag das Beste zu geben und konsequent das zu leben, was die „energetischen Naturgesetze“ als Prinzipien mit sich bringen: Die Liebe zur Natur, zu den Menschen, zu Allem was ist. Klarheit, Prinzipienhaftigkeit, Vertrauen und viele weitere Elemente.

Wenn man einfach IST braucht man keinen Titel.
Ist man es nicht, ist man sicherlich auf dem Weg, aber eben noch am lernen – was Geduld über viele Jahre erfordert.

Dann bin ich eben kein Schamane, sondern „nur“ schamanische/r HeilerIn, schamanisch Praktizierende/r oder schamanische/r EnergiearbeiterIn.
Manch einer sagt, es gäbe auch falsche Bescheidenheit, man solle zu dem stehen was man ist. Das tue ich durchaus und empfehle es auch allen Anderen als sehr wohltuend und Ermächtigend, nur stelle ich dazu beispielsweise auch  die Fragen: „Bist du denn wirklich Schamane oder Schamanin? Brauchst du diesen Titel, wenn du wirklich zu dir stehst und ausstrahlst, was du bist? Was bedeutet der Titel für dich?“
Denn wie gesagt: Bei uns ist dieser Titel mystifiziert, während er im Ursprung in der jeweiligen Kultur schlicht eine respektvolle bzw. Berufsbezeichnung für einen Praktizierenden dieses wundervollen Handwerks ist.

Wandere in Liebe,
Stefan

Im meiner neuen Artikelreihe beschäftige ich mich mit der schamanischen Reise bzw. Andersweltreise, einer zentralen und faszinierenden schamanischen Technik, die zu beschreiben an sich die Grenzen unserer Sprache sprengt. Statt mit analytisch-sachlicher Sprache werde ich es mit poetischer Sprache versuchen.
Lass uns gemeinsam herausfinden, ob das Experiment geglückt ist!

Wenn du dich für Schamanismus, geistiges Heilen allgemein und/oder meine Arbeit interessierst, findest du auf meiner Homepage viele Informationen und Termine zu meinen (Online-)Seminaren. Einblicke speziell in die schamanische Weltsicht und Energiearbeit erhältst du aktuell in meiner Onlineseminarreihe „Schamanenpfade“.

Gerne stehe ich dir für deine Fragen auch für ein kostenloses Erstgespräch (ca 20 Minuten) oder per Mail zur Verfügung.